Was macht Co-Mediation so besonders?
Konflikte sind ein alltäglicher Bestandteil menschlichen Zusammenlebens – ob zum Beispiel in Familien oder im beruflichen Umfeld. Mediation hat sich in den letzten Jahrzehnten als wirksame Methode etabliert, um Streitigkeiten konstruktiv und außergerichtlich zu lösen. In der Mediation steht der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Interessen im Mittelpunkt. Vor allem die Bereitschaft, neue Wege und Lösungen zu finden, trägt maßgeblich zu einer erfolgreichen Mediation bei.
Eine besondere Form der Mediation ist die sogenannte Co-Mediation. Doch was genau steckt hinter diesem Ansatz? Wann ist Co-Mediation sinnvoll, und worin liegen ihre besonderen Stärken? Dieser Beitrag gibt einen Überblick über das Konzept, die Vorteile und die Einsatzbereiche von Co-Mediation.
Was ist Co-Mediation?
Im Gegensatz zur klassischen Ein-Personen-Mediation bringt das Co-Modell zwei Perspektiven, zwei Persönlichkeiten und oft auch zwei Fachrichtungen oder Kompetenzprofile mit sich.
Zwei Mediator*innen, aus unterschiedlichen Quellberufen, arbeiten eng vernetzt zusammen und begleiten gemeinsam einen Konflikt. Durch die divergenten Professionen wird ein großer Möglichkeitsraum geschaffen, um Mediant*innen bestmöglich zu einer nachhaltigen Lösung zu begleiten.
Co-Mediation arbeitet nach den gleichen Prinzipien wie jede Mediation: Freiwilligkeit, Vertraulichkeit, Neutralität, Allparteilichkeit und Eigenverantwortung der Konfliktparteien. Der Unterschied liegt in der Teamdynamik der Mediator*innen, die den Prozess auf besondere Weise bereichern kann.
Vorteile der Co-Mediation
Folgendes zeigt auf, warum Co-Mediation nicht nur effizienter, sondern in vielen Fällen auch nachhaltiger und wirkungsvoller ist als die klassische Einzelmediation.
Emotionale Stabilität
Oftmals fühlen sich Personen in emotional aufgeladenen Konflikten durch zwei neutrale Personen besser unterstützt und haben dadurch mehr Vertrauen in den Ablauf.
Erweiterter Blickwinkel
Zwei Mediator*innen sehen mehr als einer allein. Gerade bei komplexen oder emotional aufgeladenen Konflikten ist es hilfreich, wenn es unterschiedliche Wahrnehmungen durch zwei Mediator*innen gibt. Es kann vermehrt auf die non-verbale Kommunikation geachtet werden sowie auf die verbalen Äußerungen. Tiefliegende Themen können durch die Begleitung von zwei Mediator*innen besser aufgenommen und bearbeitet werden.
Wirksame Rollenverteilung
Eine klare Rollenverteilung verleiht der Mediation Struktur und erlaubt den Mediator*innen, flexibel auf divergente Situationen reagieren zu können. Während sich die eine Person vollkommen auf die Mediant*innen einlassen kann und auf verschiedenste Reaktionen und Äußerungen achtet, kann der/die andere Mediator*in als Schriftführer*in fungieren und protokollieren.
Vorbildfunktion
Durch ein respektvolles und konstruktives Miteinander kann unbewusst das Verhalten der Mediant*innen beeinflusst werden. Das gegenseitige Unterstützen, strukturierte Arbeiten und das respektvolle Miteinander zeigen auf, dass eine kooperative und respektvolle Konfliktbearbeitung möglich ist.
Reflexion und Nachbearbeitung
Durch das Reflektieren der Mediationssitzung können sich die Co-Mediator*innen austauschen, sich gegenseitiges Feedback geben und blinde Flecken aufdecken. Dadurch ist Entwicklung möglich und in weiterer Folge eine gute Basis für weitere Mediationssitzungen gelegt.
Interdisziplinärer Zugang
Die Co-Mediation ermöglicht es, unterschiedlichstes Fachwissen aus den Grundberufen der Mediator*innen in den Prozess miteinfließen zu lassen. Die Kombination von Mediator*innen aus juristischen und pädagogischen Fachbereichen eignet sich hervorragend dazu, ein großes Wissensspektrum abzudecken und auf herausfordernde Situationen professionell zu reagieren.
Stärkung der Allparteilichkeit
Durch die Anwesenheit zweier Mediator*innen fühlen sich die Mediant*innen häufig besser abgeholt und begleitet. Dadurch kann einem Machtungleichgewicht vorgebeugt werden.
Wo wird Co-Mediation besonders häufig eingesetzt?
Co-Mediation eignet sich für alle Konfliktbereiche. Sie wird vor allem dann als besonders hilfreich angesehen, wenn
- mehrere beteiligte Personen involviert sind und dadurch eine höhere Aufmerksamkeit gefordert ist,
- interdisziplinäre Fragen aufkommen und
- die emotionale Belastung bei den Beteiligten sehr hoch ist.
Typische Einsatzfelder sind:
- Familienmediation (z.B. bei Trennung, Sorgerechtsstreit)
- Wirtschaftsmediation (z.B. zwischen Geschäftsführern, im Team, Leitungsübergabe)
- Teammediation (z.B. in Organisationen, sozialen Einrichtungen)
- Erbschaftsmediation (Erbschaftsstreits)
Voraussetzungen für eine Co-Mediation
- Ein eingespieltes Team
- Rollenverteilung
- Transparenz
Fazit
Neugierig geworen?
Fragen Sie sich, ob eine Co-Mediation für Sie der geeignete Ansatz ist, um Ihren Konflikt nachhaltig und respektvoll zu lösen, dann melden Sie sich gerne bei uns. Wir beraten sie gerne unverbindlich und können dadurch erörtern, welcher Rahmen für Ihr Anliegen sinnvoll wäre.

